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Liebe Autoren und Verlage,
zurzeit bin ich mit Rezensions-Bücher ausgebucht und bitte um eine Pause.
Sprich, ich nehme erst mal keine neuen Anfragen an.
Wenn ich wieder Platz habe, werde ich diesen Text löschen.
Vielen Dank für Euer Verständnis und natürlich auch das ich Eure Bücherlesen darf
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Sonntag, 16. Oktober 2016

Golden Boy - Aravind Adiga

Klappentext:

Aravind Adigas dritter Roman "Golden Boy" erzählt von zwei jungen Brüdern, Manju und Radha Kumar, auf der Suche nach sich selbst, vom Sport als Aufstiegschance und gnadenlosem Wettbewerb, von jungen Talenten und alten Talentsuchern, von Liebe und Ausbeutung, von Leidenschaft und gewalt. Stuggestiv und sensibel, bissig und schwungvoll - ein neues, eindrucksvolles Buch indischern Bestellersautors (Der weiße Tiger) und Booker-Prize-Gewinners.

"Klug, provozierend, atemberaubend. Ein grandioses Romandebüt über globalisierte Menschen in Indien."
[Fiona Ehlers, Der Spiegel, über "Der weiße Tiger"]

"Adiga ist ein Maxim Gorki der Globalisierung, ein moderner Rudyard Kipling, der erwachsen gewoden ist und wütend. Bei ihm liegt die Zukunft des Romans."
[John Brudett]


Dieses Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks gewonnen und bedanke mich recht herzlich bei dem C. H. Beck Verlag - und natürlich bei meiner Glücksfee! :)

Bei diesem Buch geht es um Manju und Radha, zwei Brüder die im Slum von Bombay (Mumbai) leben.
Ihre einzige Chance dort raus zukommen ist der Cricketsport.
Um das zu erreichen werden sie von ihrem Vater quasi gedrillt und müssen mehr oder weniger verständliche Regeln einhalten, damit sie die Besten werden und somit von Talentsuchern entdeckt zu werden, was dann auch klappt.
Doch wer von Beiden wird am Ende der „Golden Boy“ sein?
Wird es überhaupt einer von beiden?

Die Geschichte über Manju und Radha ist so vielschichtig wie das Land selber und zeigt, das man es tatsächlich aus dem Slum schaffen kann – nur unter welchen Umständen?
Zur Geschichte möchte nicht spoilern, aber jeder der beiden Jungs versucht hier seinen Weg zufinden und der Leser sieht die unterschiedlichen Entwicklungen. Wie die Jungs jeder für sich, einen Weg außerhalb des Slums versucht zu gehen. Denn einmal dort raus, will man nie wieder zurück.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und nur durch die Leserunde habe ich diese Perle entdeckt.
Die Geschichte erzählt nicht nur von den zwei Brüdern, sondern auch das Überleben in einer so großen Stadt wie Mumbai, in einem Land, das nur nach außen hin in bunten Farben glänzt und glitzert. Hier wird gezeigt, dass auch bei aller Leidenschaft der Sport nur ein Geschäft ist und nur wer sich kaufen lässt und verkaufen kann, kommt weiter. Der Sportsgeist bleibt dabei meistens auf der Strecke. Aber man sieht auch, wie schwer es ist erwachsen zu werden und seinen eigenen Weg zufinden. Nur mit genügend Ehrgeiz können die Brüder eine Zukunft außerhalb des Slums aufbauen, doch müssen sie aufpassen um nicht selbst auf der Strecke zu bleiben.
All diese Probleme werden aber nicht mit erhobenen Zeigefinger aufgezeigt, sondern fließen mit der Geschichte mit. Sei es der käufliche Sport, die Stellung der Slumbewohner, der Familiensinn – der auch zum Problem werden kann, bis zur Homosexualität.
Diese steht (bis auf eine kurzzeitige Ausnahme) bis heute seit über 150 unter Strafe!

Manju war für mich die Hauptperson und ich fand ihn auch stärker als seinen Bruder. Wer mich am meisten genervt hat, war der Vater der Beiden. Zwar kann ich verstehen das er alles drangesetzt hat, damit seine Jungs Cricket-Stars werden, aber das Wie hat mich einfach nur genervt. Außerdem waren seine Methoden mehr als suspekt.
Tommy Sir fand ich dagegen mehr als Vaterfigur für die Zwei, was den Sport angeht – auch wenn Manju und Radha das wohl nicht so empfanden.
Alles in allem hat mir die Geschichte mit all ihren Fassetten sehr gut gefallen auch wenn ich ein bisschen die Augen verdrehen musste, als Shah Rukh Khan in die Geschichte – wenn auch nur als kleiner „Gastauftritt“ eingebaut wurde.
Das war dann doch etwas zu klischeehaft für mich. Diese zwei Kurzauftritte hätte sich der Autor auch sparen können, auch wenn der Schauspieler selber eine IPL-Cricket-Mannschaft hat, so hat diese aber nichts mit dem Cricket zutun, welches die Jungs spielten.

Was ich noch erwähnen möchte:
Am Anfang muss man sich ein wenig an die manchmal doch etwas langen und verschachtelten mit in Klammern gesetzten Bezeichnungen und Erklärungen gewöhnen. Ansonsten war für mich der Schreibstil flüssig und bildhaft, so dass mein Kopfkino einwandfrei lief. Auch fand ich die ab und an eingestreuten Sätze in der wörtlichen Rede der Protagonisten in Hindi sehr authentisch. Den öfter mal auftretenden Szenenwechsel, der von einigen Lesern als schwierig empfunden wurde, kann ich so nicht nachvollziehen. Für mich war das nichts anders, als wenn ich mir einen Film ansehe und dort die Szenen zu Nebenfiguren und gerade andere Ereignisse wechseln. Wie gesagt, mein Kopfkino lief „ruckelfrei“. :)
Vom Cricket sollte man sich in der Geschichte auch nicht ablenken lassen, man muss nicht versuchen den Sport zu verstehen, denn dieser steht hier eigentlich auch gar nicht im Vordergrund und ist nur Mittel zum Zweck – es hätte auch z. B. Feldhockey sein können, der in Indien ebenfalls stark betrieben wird.

Mein Fazit:
Wer sich nicht an den indischen Wörtern stößt und Cricket nicht verstehen will, hat hier eine Geschichte die zeigt das Indien nicht nur buntes Bollywood ist.
Ein Buch das mich neugierig auf mehr von dem Autor gemacht hat und auf jeden Fall weiterempfehlen kann, dem meine Ausführung weiterhilft.

  
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Meine Ausgabe mit Blick ins Buch
Golden Boy 
Ausgabe - Gebunden

Seiten - 335
ISBN - 978-3-406-69803-3
Erschienen - Sept. 2016

Verlag - C. H. Beck 








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